Wie eingeschränkt bin ich?
Schweregrade
Die bekannteste Unterteilung der Schweregrade ist die Bell-Skala. Da diese jedoch insbesondere Schwerstbetroffenen nicht gerecht wird, gibt es mittlerweile eine neue Einteilung.
Diese basiert auf dem Vorschlag von
Leonard Jason et al. (2023) “Development of a Revised Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome Severity Scale”, veröffentlicht in Frontiers in Neurology.
Der Vollständigkeit halber und da Betroffene sich untereinander oftmals fragen wo sie sich auf der Bell-Skala befinden, haben wir die alte Version ebenfalls unten angehängt.
Severity Scale von Dr.Leonard Jason et al. (2023)
0 – Keine Symptome
Keine Symptome mehr vorhanden.
Volle Belastbarkeit und Teilhabe im Alltag wiederhergestellt.
1 – Leicht (bis zu 20% eingeschrenkt)
Symptome beginnen, die Lebensqualität zu beeinträchtigen
Fähig zu:
Mobil sein und Selbstpflegeaktivitäten selbstständig ausführen
Einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen
An sozialen und familiären Aktivitäten teilnehmen
Die meisten Aktivitäten ausüben
Möglicherweise fähig oder nicht fähig zu:
Intensives kardiovaskuläres Training (aufgrund von PEM)
Nicht fähig zu:
Jeden Tag den ganzen Tag aktiv sein
2–3 – moderat (bis zu 40% eingeschränkt)
Eingeschränkte Mobilität und begrenzte Aktivitäten
Benötigt häufige Ruhepausen
Fähig zu:
Mobil sein und Selbstpflegeaktivitäten selbstständig ausführen
An Aktivitäten teilnehmen, die kein moderates kardiovaskuläres Training beinhalten
Möglicherweise fähig oder nicht fähig zu:
Einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen
Teilzeit studieren
Nicht fähig zu:
Einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen oder Vollzeit studieren
4-6 – schwer (bis zu 60% eingeschränkt)
Meistens ans Haus gebunden. Auf minimale Aktivitäten des täglichen Lebens beschränkt (z. B. Gesicht waschen, duschen)
Fähig zu:
Mobil sein und die meisten Selbstpflegeaktivitäten selbstständig ausführen
Minimale Aktivitäten des täglichen Lebens und grundlegende Hausarbeiten erledigen
Nicht fähig zu:
Einer Arbeit nachgehen oder studieren
Irgendeiner kardiovaskulären Aktivität nachgehen
7-8 – sehr schwer (bis zu 80% eingeschränkt)
Meistens ans Haus gebunden. Auf minimale Aktivitäten des täglichen Lebens beschränkt (z. B. Gesicht waschen, duschen)
Fähig zu:
Mobil sein und die meisten Selbstpflegeaktivitäten selbstständig ausführen
Minimale Aktivitäten des täglichen Lebens und grundlegende Hausarbeiten erledigen
Nicht fähig zu:
Einer Arbeit nachgehen oder studieren
Irgendeiner kardiovaskulären Aktivität nachgehen
A – extrem schwer (100% eingeschchränkt)
Vollständig bettlägerig (mögliche Ausnahme: Badezimmer)
Fähig, einige oder alle der folgenden Dinge zu tun:
Für längere Zeit aufrecht sitzen
Selbstständig an Handarbeiten oder Projekten arbeiten
Über Text, Computer oder soziale Medien kommunizieren
Fernsehen und Musik hören
Die Anwesenheit anderer Menschen tolerieren
Pantomimisch kommunizieren und gesprochene Antworten erhalten
Gesprochener Sprache zuhören, teilweise lesen
Nicht fähig:
zu sprechen oder schreiben
viele Inputs zu verarbeiten, z.B. Farben, Symbole, Beschriftungen, Geräusche
B – extrem schwer (100% eingeschchränkt)
Vollständig bettlägerig (mögliche Ausnahme: Badezimmer)
Fähig, einige oder alle der folgenden Dinge zu tun:
Für längere Zeit aufrecht sitzen
Für kurze Zeit an Handarbeiten oder Projekten arbeiten
Auf dem Handy oder Computer scrollen
Kurze Videos anschauen und Musik hören
Die Anwesenheit anderer Menschen über längere Zeit tolerieren
Pantomimisch kommunizieren
Gesprochener Sprache zuhören, ein wenig lesen
Nicht fähig zu:
Sprechen oder schreiben, texten oder tippen
Viele Reize verarbeiten, z. B. Farben, Symbole, Beschriftungen, Geräusche
C – extrem schwer (100% eingeschchränkt)
Vollständig bettlägerig (mögliche Ausnahme: Badezimmer)
Fähig zu:
Sich tagsüber im Bett bewegen
Möglicherweise fähig oder nicht fähig zu:
Für kurze Zeit aufrecht sitzen
Die Anwesenheit anderer Menschen für kurze Zeit tolerieren
Pantomimisch kommunizieren und Pantomime verstehen
Nicht fähig zu:
Selbstständig an Handarbeiten oder Projekten arbeiten
Über Telefon, Computer oder soziale Medien kommunizieren
Tasten an elektronischen Geräten berühren, texten oder tippen
Sprechen oder schreiben
Gesprochener Sprache zuhören oder lesen
Reize verarbeiten, z. B. Farben, Symbole, Beschriftungen, Geräusche
D – extrem schwer (100% eingeschchränkt)
Vollständig bettlägerig (mögliche Ausnahme: Badezimmer)
Muss sich während eines Teils oder des ganzen Tages vollkommen ruhig halten, da sonst ein Zusammenbruch (Crash) droht
Möglicherweise fähig zu:
Sich minimal bewegen, um grundlegende Dinge zu erledigen, z. B. eine Urinflasche benutzen oder sich kurz kratzen
Nicht fähig zu:
Einen Muskel während eines Teils oder des ganzen Tages bewegen
Irgendeiner Aktivität oder Arbeit im Bett nachgehen
Die Anwesenheit anderer Menschen tolerieren
Elektronische Geräte jeglicher Art benutzen
In irgendeiner Form kommunizieren: sprechen, schreiben oder pantomimisch kommunizieren
Gesprochener Sprache zuhören, lesen oder Pantomime verstehen
Reize verarbeiten, z. B. Farben, Symbole, Beschriftungen, Geräusche
E – extrem schwer (100% eingeschchränkt)
Vollständig bettlägerig
Nicht fähig zu:
Aufstehen oder sich aufsetzen, nicht einmal um zur Toilette zu gehen
Sich in irgendeiner Form zu bewegen; jeder Versuch führt zu einem Crash
Unabhängig grundlegende Bedürfnisse zu erfüllen
Die Anwesenheit anderer Menschen zu tolerieren, da dies zu einem Crash führt
In irgendeiner Form zu kommunizieren: sprechen, pantomimisch kommunizieren, schreiben
Gesprochener Sprache zuzuhören, zu lesen oder Pantomime zu interpretieren
Reize zu verarbeiten, z. B. Farben, Symbole, Beschriftungen, Geräusche
Bell-Skala von Dr. David S. Bell (1995)
0 – Keine Symptome
Keine Symptome mehr vorhanden.
Volle Belastbarkeit und Teilhabe im Alltag wiederhergestellt.
1 – Leicht (bis zu 20% eingeschrenkt)
Symptome beginnen, die Lebensqualität zu beeinträchtigen
Fähig zu:
Mobil sein und Selbstpflegeaktivitäten selbstständig ausführen
Einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen
An sozialen und familiären Aktivitäten teilnehmen
Die meisten Aktivitäten ausüben
Möglicherweise fähig oder nicht fähig zu:
Intensives kardiovaskuläres Training (aufgrund von PEM)
Nicht fähig zu:
Jeden Tag den ganzen Tag aktiv sein
2–3 – moderat (bis zu 40% eingeschränkt)
Eingeschränkte Mobilität und begrenzte Aktivitäten
Benötigt häufige Ruhepausen
Fähig zu:
Mobil sein und Selbstpflegeaktivitäten selbstständig ausführen
An Aktivitäten teilnehmen, die kein moderates kardiovaskuläres Training beinhalten
Möglicherweise fähig oder nicht fähig zu:
Einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen
Teilzeit studieren
Nicht fähig zu:
Einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen oder Vollzeit studieren
4-6 – schwer (bis zu 60% eingeschränkt)
Meistens ans Haus gebunden. Auf minimale Aktivitäten des täglichen Lebens beschränkt (z. B. Gesicht waschen, duschen)
Fähig zu:
Mobil sein und die meisten Selbstpflegeaktivitäten selbstständig ausführen
Minimale Aktivitäten des täglichen Lebens und grundlegende Hausarbeiten erledigen
Nicht fähig zu:
Einer Arbeit nachgehen oder studieren
Irgendeiner kardiovaskulären Aktivität nachgehen
7-8 – sehr schwer (bis zu 80% eingeschränkt)
Meistens ans Haus gebunden. Auf minimale Aktivitäten des täglichen Lebens beschränkt (z. B. Gesicht waschen, duschen)
Fähig zu:
Mobil sein und die meisten Selbstpflegeaktivitäten selbstständig ausführen
Minimale Aktivitäten des täglichen Lebens und grundlegende Hausarbeiten erledigen
Nicht fähig zu:
Einer Arbeit nachgehen oder studieren
Irgendeiner kardiovaskulären Aktivität nachgehen
Sehr hilfreich
FUNCAP 27/55- Schweregrad- rechner
FUNCAP steht für „Functional Capacity Questionnaire“ und ist ein Fragebogen‑basiertes Instrument zur Bewertung der funktionellen Leistungsfähigkeit bei Menschen mit ME/»CFS».
Er wurde speziell entwickelt, um die funktionellen Einschränkungen dieser Erkrankung abzubilden, insbesondere die Folgen von Belastung und die damit verbundene Post‑Exertional Malaise (PEM).
FUNCAP wird sowohl in der klinischen Praxis als auch in der Forschung und bei Sozialversicherungs‑ bzw. Invaliditätsbeurteilungen eingesetzt, weil herkömmliche Fragen zur Funktionsfähigkeit oft nicht die zentralen ME/»CFS»‑Aspekte (insbesondere PEM) abbilden.
FUNCAP27 – die kurze Version
Besteht aus 27 Fragen und ist kürzer und leichter auszufüllen.
Optimiert für klinische Verlaufsbeobachtungen, regelmässige Wiederholungen und Forschung.
Bietet eine zuverlässige Schätzung der funktionellen Kapazität mit weniger Aufwand.
FUNCAP55 – die lange Version
Besteht aus 55 Fragen.
Entwickelt für umfassende Erstbewertungen und Gutachten, z. B. für Invaliditäts‑ oder Sozialversicherungsbeurteilungen.
Erfasst funktionelle Kapazität über acht Aktivitätsbereiche und kann als Basis für ausführliche Schweregrad‑Analysen dienen.
